Studie zu Wächterlymphknoten bei Melanomen

Ein Team plastischer Chirurgen aus Oxford (England) hat bei 694 Patienten, die über einen Zeitraum von 10 Jahren operiert wurden, den Nutzen von Wächterlymphknoten-Biopsien bei malignen Melanomen erforscht.

Das Team verwendete eine Lymphszintigraphie mit Technetium und eine Injektion des Farbstoffs Patentblau V. Die Technik wird bei Patienten mit Melanomen von über 1 mm Dicke bzw. unter 1 mm mit Ulzeration oder Clark-Level IV oder V eingesetzt.

Der Wächterlymphknoten wurde unabhängig von der Lage des Primärtumors untersucht. 51 % der Patienten waren Männer, die häufiger Läsionen im Rumpf aufwiesen. Bei Frauen traten Melanome am häufigsten in den unteren Extremitäten auf. Die Patienten wurden durchschnittlich 4 Jahre lang beobachtet. Statistische Untersuchungen zeigten eine signifikante Beziehung zwischen der Dicke der Läsion und dem Befall des Wächterlymphknotens. Bei 162 von 694 Patienten (24 %) wurde ein Befall des Wächterlymphknotens festgestellt. Bei 129 von 162 Patienten wurde eine Lymphknotendissektion durchgeführt (Befall in 29 Fällen).

Nach 46 Monaten betrug die Mortalität 32 % bei Befall von Satelliten- Lymphknoten und von 4 % bei Nichtbefall. Wenn Satelliten-Lymphknoten nicht befallen waren, kam es allerdings bei 10 % zum Rezidiv. Die Technik zur Gewebeentnahme an Satelliten-Lymphknoten ist nicht frei von Komplikationen (6 %): Serome, Lymphödeme, Narbendehiszenzen. Daher möchten die Autoren zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Schlussfolgerungen ziehen.

Quelle: Sentinel lymph node biopsies in melanoma. The Oxford ten year clinical experience Rughani MG and al. J Plast Reconstr Surg 2011; 64:1284-90